Die Marketing-Maschine

Bücher verkaufen sich leider nicht von alleine. Das ist klar. Und in gewisser Weise macht das Marketing ja auch Spaß, aber es ist manchmal mühsam und in jedem Fall zeitaufwendig. Es kann auch frustrierend sein, wenn ich den Eindruck habe, dass das alles nichts oder nur wenig bringt. Aber es führt kein Weg daran vorbei.

Welche Möglichkeiten habe ich, was nutze ich und was funktioniert und was nicht?

Meine Homepage soll der Hauptanlaufpunkt für Interessenten sein. Sie ist ohne viel Schnickschnack, aber ich glaube, sie ist ganz in Ordnung. Jedenfalls sollte jeder Besucher eigentlich dort alles finden, was er braucht. Die Homepage zu pflegen kostet nicht so viel Zeit, nerviger war das Einrichten, aber inzwischen komme ich mit dem System ganz gut klar, auch ohne tiefgehende Kenntnisse. Wichtig ist, dass sie aktuell ist, also sollten keine veralteten Termine darauf stehen oder überholte Informationen. Das macht gleich einen schlechten Eindruck.

Facebook & Twitter

Neben der Homepage bin ich auf Facebook und Twitter aktiv. Twitter ist nach meiner Erfahrung eher ein Instrument der Kommunikation untereinander und des Verbreitens von Neuigkeiten, aber für die Werbung nur bedingt geeignet. Ich stelle jedenfalls keine große Resonanz auf Tweets fest, mit denen ich etwas bewerben möchte. Ich überprüfe auch mein eigenes Verhalten: auf welche Links klicke ich? Wie häufig? Was spricht mich an? Ich klicke nicht auf viele Links, und das ist bei Twitter ganz normal.

Manche Leute tweeten immer wieder dasselbe und das stört mich. Ich folge einer Autorin, die in schöner Regelmäßigkeit auf die selbst gehäkelten Kissenbezüge ihrer Freundin hinweist. „Schaut doch mal rein“. Nein. Ganz bestimmt nicht. Ich hatte deswegen schon überlegt, der Frau nicht mehr zu folgen. Was mich nervt, nervt vielleicht auch andere. Also vermeide ich so etwas und versuche eher, den Hinweis auf mein Buch mit irgendetwas zu verbinden, das Neuigkeitswert hat, z.B. einer Veranstaltung. Ich habe ein sehr zweigeteiltes Twitter-Publikum. Zum einen die Eiskunstlauffans, zum anderen die Autoren. Vor einem Jahr bei der Autorenrunde in Leipzig habe ich eine Social-Media-Expertin gefragt, ob es besser wäre, diese Gruppen zu trennen, also quasi einen Twitterkanal für die Eiskunstlauffans und einen für die Autoren anzulegen. Sie meinte, das sei nicht nötig. Zum Glück! Ich hätte keine Lust, zwei Twitter-Accounts beobachten und bespaßen  zu müssen. Außerdem habe ich dank des Eiskunstlaufs viele Follower, und das sieht schon mal ganz gut aus.

Das nächste ist Facebook. Hier habe ich zwei Seiten angelegt, die private und die Autorenseite, außerdem eine Seite für den Fantasyroman „Im Zeitschatten von Mondthal“ (für den es auch eine kleine eigene Homepage gibt). Manchmal überschneiden sich die Inhalte. Ich habe auch schon Werbung auf Facebook geschaltet. Hat es was gebracht? Schwer zu sagen. Aber wieder schaue ich auf mein eigenes Verhalten: ja, ich habe schon auf Links in Anzeigen geklickt, die bei mir auftauchen. Ich habe sogar einmal ein Buch gekauft, das mir so angeboten wurde. Eine Autorenkollegin hat richtig viel Werbung mit Facebook gemacht und viel erreicht. Aber dafür sind schon einige Investitionen nötig. Facebook insgesamt gefällt mir ganz gut, und ich habe das Gefühl, dass ich so doch einige Leute erreiche. Auf Instagram und Google+ bin ich nicht aktiv. Irgendwo muss ich eine Grenze ziehen. Neulich habe ich mich bei LinkedIn angemeldet und ein Profil eingerichtet und ein paar Kontakte gesammelt. Bei Xing bin ich auch, aber das habe ich sehr vernachlässigt.

Schließlich habe ich noch ein paar andere Websites, auf denen ich Infos einstelle, wie den Veranstaltungskalender der edition Oberkassel oder das Autorenprofil bei Amazon und bei der Autorenwelt. Und natürlich habe ich diesen Blog!

Offline unterwegs

Das Internet ist zwar der größte Spielplatz, aber auch offline gibt es was zu tun. Veranstaltungen sind eigentlich immer eine gute Sache. Aber sie müssen organisiert werden und es muss sich jemand dafür interessieren. Ich habe im April eine Lesung mit dem BVjA Bonn gemacht, im Mai war ich bei der Lesung des Autorentreffens in Nürnberg dabei, Anfang Juni war ich am Stand des 1. Internationalen Autorentags in Frankfurt und jetzt kommen noch zwei Buchpräsentationen mit Aljona Savchenko bzw. Robin Szolkowy. Beim Eislaufbuch ist vieles einfacher, da ich zwei prominente Sportler habe, die mich bei solchen Veranstaltungen unterstützen und natürlich viel mehr Leute anlocken als ich das alleine könnte. Der Chemnitzer Verlag, in dem das Buch erschienen ist, leistet ebenfalls einiges und hat z.B. Plakate für die Buchpräsentationen erstellt und sorgt für die Technik bei der Veranstaltung in Chemnitz. Der Eislaufclub bietet im Rahmen seines Sommerfests eine ideale Bühne, auch dafür bin ich dankbar. In Oberstdorf habe ich andere Partner gefunden, die etwas auf die Beine stellen. Aber ohne die Sportler wäre das alles nicht gegangen.

Bei den lokalen Medien hatte ich bisher vor allem beim Bonner General-Anzeiger Erfolg, das ist die wichtigste Zeitung in meiner Stadt. Bei lokalen Buchhandlungen ist es schon schwieriger. Ich habe mehrere kontaktiert, in einem Fall gab es eine positive Rückmeldung, und zwar von Bücher Bosch in Bad Godesberg, die meine Titel der edition Oberkassel vorrätig haben. Andere Bonner Buchhandlungen haben mir nicht einmal geantwortet. Das ist eigentlich das, was mich am meisten enttäuscht hat. Ich bin es ihnen nicht einmal wert, dass sie mir kurz antworten und sagen, dass sie kein Interesse haben.

Buchhandlungen sind ein schwieriges Pflaster für Autoren in kleinen Verlagen und erst recht für Selfpublisher. Ich mache deswegen bei dem Projekt „Wortwerke“ mit. Hier können Autoren gegen Gebühr ihre Bücher in die Wortwerke-Buchhandlungen einstellen lassen, bekommen aber im Fall des Verkaufs den kompletten Erlös (also ohne den Abzug eines Buchhandelsrabatts). Mittlerweile hat Wortwerke drei Filialen, aber alle in Norddeutschland. Das ist schade, denn sie organisieren Events wie Lesungen. Obwohl sich das Engagement bei Wortwerke bisher finanziell  für mich nicht gelohnt hat, habe ich mich dazu entschlossen, es sogar auszuweiten. Die Idee gefällt mir grundsätzlich und wer weiß, vielleicht verirren sich eher Krimi- als Fantasy-Leser in die Läden. Ich wollte dem Projekt für mich noch eine Chance geben.

Wenn ich mir das alles so anschaue, kommt doch einiges zusammen. Ich versuche zu analysieren, was für mich am besten funktioniert und ich will noch mehr ausprobieren – vielleicht klappt es ja mit einer Buchverlosung im Radio oder im Anzeigenblatt. Die Marketing-Maschine läuft weiter … Aber ich habe immer ein wenig Sorge davor, die Leute zu nerven und abzuschrecken. Das ist aus irgendeinem Grund schwer für mich einzuschätzen. Was ist zu viel, was ist zu wenig? Den Königsweg habe ich noch nicht gefunden.

So, und jetzt muss ich tweeten, dass ich diesen Blogbeitrag veröffentlicht habe. 🙂

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